Rohrleitungen

Image of pipes.

Exemplarische Darstellung. Nicht maßstabsgetreu.

Rohr­leitungen verbinden die einzelnen Komponenten einer verfahrens­technischen Anlage und leiten flüssige und gasförmige Medien mittels eines Druckgradienten, welcher in der Regel über Pumpen oder Kompressoren erzeugt wird. Es wird sichergestellt, dass innerhalb von Rohr­leitungen keine Phasen­übergänge oder chemische Änderungen der Prozess­medien auftreten, da diese schädigende Effekte wie erhöhte Korrosion oder Dampfschläge verursachen können. Für die Auslegung von Rohr­leitungen werden unter anderem die Änderung des Betriebs­drucks entlang der Rohrleitung berücksichtigt sowie die Strömungs­geschwindigkeit im Zusammenhang mit Geräusch­emissionen und führt. langfristiger Abrasion des Rohrleitungs­materials. Abrasion des Rohrleitungs­materials ist besonders bei Prozess­medien relevant, die Feststoffe enthalten.

Obwohl die meisten Rohr­leitungen für sich genommen nicht viel Platz in Anspruch nehmen, kann der Platzbedarf aller Rohr­leitungen zusammen einen signifikanten Anteil der Größe einer verfahrens­technischen Anlage ausmachen und die Positionierung und Installation der Komponenten der Anlage entsprechend beeinflussen.

Betriebs­druck und Druck­verluste

Der Betriebs­druck entlang einer Rohrleitung wird durch dynamische Druck­verluste, verursacht durch die Strömung des Prozess­mediums, sowie durch hydrostatische Druck­änderungen beeinflusst. Die dynamischen Druck­verluste können unter Verwendung der Darcy‑Weisbach Gleichung abgeschätzt werden. Die in der Gleichung enthaltene Rohr­reibungs­zahl wird entweder unter Verwendung der Colebrook-White Gleichung berechnet oder dem sogenannten Moody‑Diagramm entnommen. In jedem Fall muss zur Ermittlung der Rohr­reibungs­zahl sowohl die Oberflächenrauheit der Rohr­leitung als auch die Reynolds‑Zahl der Strömung bekannt sein.

Insbesondere bei gasförmigen Medien gilt es bei der Berechnung der Druck­verluste zu berück­sichtigen, dass die in der Regel mit abnehmendem Betriebs­druck einhergehende Abnahme der Dichte zu einer Erhöhung der Strömungs­geschwindigkeit führen kann. Abhängig vom Ausmaß der Druck­verluste und der damit einhergehenden Abnahme des Betriebsdrucks kann es notwendig sein, die Änderung der Dichte des Mediums entlang der Rohr­leitung in die Berechnung einfließen zu lassen, um zuverlässige Resultate zu erhalten.

Wasser­schläge

Als Wasser­schläge werden kritische Änderungen des Drucks bezeichnet, die innerhalb von Rohr­leitungen bei abrupten Geschwindigkeits­änderungen eines Prozess­mediums auftreten können. Wenn ein Prozess­strom abgebremst wird, entstehen abhängig von der Gesamtmasse des bewegten Mediums und der Geschwindigkeits­änderung Druckanstiege. Diese Druckanstiege können Dimensionen erreichen, die Auswirkungen haben auf die Auslegung der Rohr­leitungen und der angeschlossenen Komponenten sowie auf die Stabilität des Tragwerks. Neben Druckanstiegen stromabwärts des bewegten Prozess­mediums können stromaufwärts Absenkungen des Drucks bis ins Vakuum entstehen.

Rohr­leitungs­führung

Die Rohrleitungs­führung hat einen entscheidenden Einfluss auf den Betriebsdruck innerhalb von Rohr­leitungen, insbesondere im Falle von Höhen­unterschieden und den sich daraus ergebenden Änderungen des hydrostatischen Drucks. Zudem beeinflusst die Rohrleitungs­führung die durch das durchströmende Prozessmedium stattfindende Abrasion am Material. Bei Flüssigkeiten führenden Rohr­leitungen werden bei Bedarf Vorrichtungen zur Entlüftung eingesetzt, um Lufteinschlüssen vorzubeugen, da diese an in vertikaler Richtung verlaufenden Stellen der Rohrleitung zu Reduzierungen des verfügbaren Betriebs­drucks führen können.

Kondensat­ablasse

Rohr­leitungen, welche dampfförmige Medien enthalten, werden je nach Bedarf mit mechanischen oder über das Prozess­leitsystem angesteuerten Kondensat­ablassen ausgerüstet, um kondensierten Dampf in Form des Kondensats abzuführen.